Haltungsempfehlung:

 

Deutscher Name: Sternschildkröte

 

Wissenschaftlicher Name: Geochelone elegans

 

Schutzstatus:

Die indische Sternschildkröte wird in der roten Liste als gefährdet und im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang II als bedrohte Art geführt.

Das bedeutet, sie benötigt in privater Obhut, einen lückenlosen Herkunftsnachweis und damit muss sie auf jeden Fall beim zuständigen Amt gemeldet werden.

 

Merkmale:

Die Indische Sternschildkröte erreicht eine Carpaxlänge von bis zu 38 Zentimetern und ein Gewicht bis zu 7 Kilogramm. Ihr Rückenpanzer ist eher länglich und stark aufgewölbt.

Auch die einzelnen Wirbel- und Rippenschilde weisen oft eine starke Aufwölbung (Höckerbildung) auf. In der Mitte der Schilde befindet sich ein heller Fleck, von dem aus bis zu acht gelbe Streifen zum Rand führen. Diese auffällige Zeichnung hat zu dem Namen Sternschildkröte geführt. Der Bauchpanzer weist eine sehr ähnliche Musterung auf.

Die Vorderbeine der Sternschildkröten sind sehr stark beschuppt, gelblich und meistens durchzogen von einem leichten, schwarzen, fleckigen Muster. Der Kopf und die hinteren Extremitäten verfügen auch über eine schwarze Färbung auf gelbem Grund (wirkt meist gepunktet). An den Hinterbeinen finden sich kräftigere und größere Krallen, als an den Vorderbeinen, was den Weibchen beim Graben einer Legegrube zu Gute kommt.

 

Bislang ist für diese Schildkrötenart keine wirkliche Unterarten beschrieben. Es gibt jedoch in der Panzerfärbung und der Größe Unterschiede zwischen den indischen Sternschildkröten, die aus dem östlichen Pakistan, beziehungsweise aus dem Westen Indiens stammen, und denen, die im südöstlichen Indien beheimatet sind. Die westliche Population erreicht eine größere Carpaxlänge. Die Tiere aus Südostindien dagegen bleiben um einiges kleiner. Sie haben, wie die auf Sri Lanka beheimateten Schildkröten, eine leuchtendere Panzerfärbung. Einige Halter behaupten, die kleiner bleibende Art hätte eine intensivere Gelbfärbung, was ich persönlich jetzt aber nicht bestätigen kann.

Die Sternschildkröte neigt nicht nur in privater Obhut zu starker Höckerbildung, sondern auch in ihrem natürlichen Habitat kann man diese Höckerbildung sehr oft beobachten.

 

Geschlechtsunterschiede:

Männchen können am längeren und dickeren Schwanz erkannt werden, so wie an den breiter auseinander liegenden und länglicheren Analschildern.

Außerdem ist der Panzer an der Unterseite sehr stark, konkav nach innen gewölbt und bei den Weibchen dagegen gerade durchgehend und glatt.

Dazu werden die Weibchen auch wesentlich größer als die Männchen. In der Regel bis zu drei mal so groß.

 

Lebensraum im natürlichem Habitat:

Die Indische Sternschildkröte kommt von Pakistan über das Zentralgebiet und den Süden von Indien bis nach Sri Lanka vor. Sie nutzt innerhalb dieses, sehr großen Verbreitungsgebietes, auch sehr unterschiedliche Lebensräume. Auf Sri Lanka gehören zu ihrem Lebensraum sowohl Sanddünen als auch Buschwälder und verwilderte Parks.

In Indien dagegen, ist sie auch auf Ödland und wüstenähnlichen Gebieten zu finden.

Die meisten Fundorte befinden sich in einer Höhe unter 200 NN.

Die Indische Sternschildkröte ist eine tagaktive Schildkrötenart. Am aktivsten ist sie während der Monsunzeit, wenn sie ganztägig auf Nahrungssuche ist. In der Trockenzeit ist sie vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag zu beobachten. Während der heißen Tageszeit sucht sie in Höhlen, unter Sträuchern und Büschen Schutz. Durch ihren hell dunkel gefärbten Panzer ist sie im trockenen Gras oder Büschen für den Menschen und auch für Fressfeinde, nur schwer zu entdecken.

 

Lebensraum in menschlicher Obhut:

Hier sollte man sich die Natur als Vorbild nehmen und so gut es eben geht, diese auch nachahmen. (Natürlich kann man das nicht wirklich – aber man sollte es, so gut es eben geht, versuchen).

 

Ernährung in freier Wildbahn:

Die Sternschildkröte ernährt sich hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung.

Die Vegetation im natürlichen Habitat und somit auch das Futterangebot bestehen hauptsächlich aus rohfaserreichen Gräsern und Blättern.

Dazu zählt frisches und trockenes Gras (hoher Ballaststoffanteil), auf dem Boden liegende Früchte sowie unterschiedliche Blumen und Blüten. Darüber hinaus werden auch Insekten erbeutet und auch Aas, Knochen und Kot von Säugetieren gefressen.

 

Ernährung in menschlicher Obhut:

Hier sind die Sternschildkröten eigentlich reine Vegetarier , mit Ausnahme von sehr selten mal eine erbeutete Schnecke im Freilandgehege, oder vielleicht einen Regenwurm, die aber wirklich nur eine ganz seltene Ausnahme darstellen sollten. Wie bei allen anderen Landschildkröten auch, sollte man die indischen Sternschildkröten ausgewogen und mit verschiedenen wildwachsenden Kräutern und Gräsern ernähren. Bei den Kräutern hier bei uns schon einmal eine kleine Auswahl: Löwenzahn, Klee, verschiedene Diestelsorten, Johanniskraut, Kamille, Gänseblümchen, Feldthymian, Gänsedistel, Brennesel und Breit/-Spitzwegerich – nur um ein paar dieser Pflanzen einmal aufzuzählen.

Man sollte ihr täglich frisches Wasser in großen Schalen anbieten, welches sie dann auch sehr gerne zum Baden nutzen und worin sie sich sehr lange darin aufhalten können.

In den Sommermonaten sollte man ihr die Möglichkeit bieten, sich selber das Fressen suchen und rupfen zu können, was jedoch nicht zu Eiweißreich oder Schadstoffbelastet sein darf und in den Wintermonaten sollte man ihr gutes und getrocknetes Heu zur freien Verfügung anbieten. Eine gute Alternative bieten auch Heupellets, die sich in Wasser aufgeweicht, sehr gut anbieten lassen.

Auf Obst oder Gemüse, Salat oder ähnliches, sollte so gut wie ganz verzichtet werden, da diese zu wenig Inhaltsstoffe und auch vor allem zu eiweißhaltig sind .

Außerdem begünstigen sie Parasiten und Wurmbefall im Darm, Höckerbildung und auch ein zu schnelles und damit ungesundes Wachstum.

Schön ist es, wenn man schon in den Sommermonaten selber Kräuter sammelt und Gras, Blüten und andere gesunde Pflanzen von mageren Wiesen trocknet.

Als Ersatz für die Knochen, die sie in der freien Natur aufnehmen, kann man ihnen hier Sepiaschalen, Algenkalk oder auch Eierschalen anbieten, um den nötigen - und für das feste Wachstum des Panzers wichtigen Calciumgehalt abdecken zu können.

Zu üppige Ernährung führt auf Dauer zu Verfettung, Leber- und/oder Nierenschäden. Rohfaserreiche, eiweißarme Fütterung verhindert ernährungsbedingte Erkrankungen.

 

Sternschildkröten sind wegen ihrer bevorzugten, feuchtwarmen Haltung, sehr anfällig für Parasiten (Oxyuren, Hexamiten und dgl.). Zu trockene und zu kühle Haltung äußert sich oft mit "nasser" Nase.

 

Fortpflanzung in freier Natur:

Die Fortpflanzungszeit fällt im indischen Verbreitungsgebiet mit der Monsunzeit zusammen. Die Weibchen legen mehrere Gelege, die anfangs zwischen fünf und neun Eier aufweisen. Gegen Ende der Fortpflanzungszeit enthalten die Nistgruben häufig nur noch ein bis vier Eier. Die Schlupfzeit der Jungtiere ist abhängig von der Umgebungstemperatur und der Jahreszeit. Sie beträgt im Habitat zwischen 90 bis 180 Tagen.

 

Fortpflanzung in menschlicher Obhut:

Paarungen können ganzjährig beobachtet werden. Die sexuellen Aktivitäten sind nach einem warmen Regen oder nach der Umplatzierung ins Außen- oder Innengehege am intensivsten. Die Eiablage erfolgt 1 bis 2 Mal im Jahr. Das Gelege besteht aus 3 bis 7 ovalen Eiern. Die Sternschildkröte bevorzugt Eiablagehügel von 30 bis 40 cm Höhe. Sie gräbt sich darin etwa 10 cm tief ein. Erst von da aus gräbt sie die eigentliche Höhle von 20 cm Tiefe. Diese Arbeiten und die Eiablage selbst erfolgen relativ schnell. Für das sorgsame Zudecken werden Stunden aufgewendet.

 

Inkubation der Eier

Die Brutdauer bei Sternschildkröten variiert je nach Inkubationstemperatur, Feuchtigkeit und Nachtabsenkung zwischen 100 und 150 Tagen. Bei Tagestemperaturen von 30 bis 32 °C und einer Nachtabsenkung auf 26 oder 27 °C schlüpfen die Jungtiere nach 110 bis 120 Tagen. Die Eier sollten im Substrat eingegraben und dunkel bebrütet werden, damit ein zu früher Schlupf vermieden werden kann (großer Dottersack, Nabelprobleme).

 

Haltungstemperaturen:

Tagestemperaturen 30 - 32 °C, unter HQI-TS-Strahler bis 40° C, nachts 18 - 20 °C.

Die Temperatur-Minimalwerte von 15 Grad sollten jedoch niemals unterschritten werden, da Sternschildkröten schnell zu Atemwegserkrankungen oder Schnupfen neigen.

 

Feuchtigkeit:

hoch!

 

 

 

 

Bezugsquellen:

Wikipedia,

eigene Erfahrungen und Erfahrungen befreundeter Halter,

Artikelserie von Hans Bidmon in der Reptilia (erste Folge 2001 in der Reptilia 6 Heft 6, die anderen in der Reptilia 7) ,

Marginata 1 Heft 4

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Diese Seite gibt nur MEINE Erfahrungen und Meinungen wieder. Meine Haltung wird regelmässig den neusten Erkenntnissen angepasst, verbessert und natürlich auf dem aktuellsten Stand gehalten.

Liebe Grüsse,

Iris